Entwicklung artenreicher Waldlichtungen am Kienberg

23.11.2016

Waldlichtung
Lichtungen am Waldrand verbessern das Nahrungsangebot und fördern die biologische Vielfalt.© Losch

Der Götterbaum ist ein wahrer Kosmopolit. Ursprünglich kommt diese Art aus China, doch im Laufe der letzten Jahrhunderte verbreitete sich der Götterbaum nahezu auf der ganzen Welt – mit gebietsweise ungünstigen Auswirkungen auf die heimische Flora und Fauna. Die schnellwüchsige Art machte sich in letzten Jahrzehnten auch auf dem Kienberg breit. Dort überwuchert er Halboffenflächen, also den Übergangsbereich zwischen Wald und offenen Wiesenflächen, und dringt von dort aus weiter ins Wuhletal vor. Vor wenigen Jahren engagierten sich bereits Anwohnende Lichtungen am Waldrand zu erhalten und den Götterbaum zurück zu drängen, jedoch schaffte es dieser sich wieder auszubreiten. In einem neuen Anlauf werden in Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt sowie den Naturschutzbehörden in diesem Herbst stellenweise Götterbäume und weitere invasive Gehölze zurück genommen, um zu verhindern, dass sie vom Kienberg weiter ins Wuhletal vordringen. Mittels einer regelmäßigen Mahd und Nachpflege wird ein erneutes Wiederaufkommen der Gehölze verhindert. Durch die stärkere Besonnung können sich in den nächsten Jahren auf den gewonnenen Offenlandflächen artenreiche und bunt blühende Wiesen entwickeln, die beispielsweise Insekten als Nahrung dienen und zur biologischen Vielfalt auf dem Kienberg und im Wuhletal beitragen. Weiterhin werden zurzeit gebietsheimische Bäume und Sträucher, wie z.B. Weißdorn oder Sal-Weide, auf dem Kienberg gepflanzt, um gleichzeitig die Vielfalt des Baumbestands zu erhöhen und gleichzeitig Vögeln und zahlreichen wirbellosen Tierarten ein verbessertes Nahrungsangebot bereit zu stellen.

Die jetzige stellenweise Rücknahme dieser Baumart am Osthang des Kienbergs führt die langfristigen Maßnahmen zur Waldentwicklung auf dem Kienberg fort, die Grün Berlin bereits 2014 in Zusammenarbeit mit den Berliner Naturschutzverbänden auf dem Weg zur IGA begann. Ziel ist die Förderung der biologischen Vielfalt am Kienberg und im Wuhletal unter Einsatz vielfältiger punktueller Maßnahmen, die mit Sorgfalt umgesetzt und begleitet werden. In den nächsten Wochen berichten wir hier über die Ansiedlung der seltenen Grasnelke, die ebenso zu diesen Maßnahmen zählt.

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