Gartensituationen

Haus- und Privatgarten: Zehn Gärten – zehn Ideen für den Garten von heute

Wo Städte wieder wachsen, der Wohnraum knapper und teurer wird, da wird verdichtet, in die Höhe gebaut – und der Freiraum wird ein knappes Gut. Da ist es pragmatisch und last not least auch wirtschaftlich, jede Fläche auf bestmögliche Ausnutzung zu hinterfragen. Seit alters her ist der Garten aber auch ein Ort der Sehnsucht: Wir alle kennen den Garten Eden als verlorenes Paradies und wollen ihm doch immer wieder nahe kommen. Je mehr die Ansprüche der Arbeitswelt uns bedrängen, umso intensiver wird der Traum von harmonischen Leben im Einklang mit der Natur ohne Last und Leid. Immer trägt der eigene Garten auch Züge dieses Traums von einer fernen Wunschwelt. Zwischen diesen beiden Polen suchen wir im Garten das, was wird anderswo vermissen: Ob zum Wiederfinden der Natur oder zum bequemen Sommerwohnen im Freien – es gibt viele gute Gründe, zum eigenen Garten zurückzufinden.

Zehn Themengärten der Landschaftsgärtner und ihrer Planer folgen solchen Motiven in zeitgemäßer Gestaltung:
Lebhafte Gegensätze zwischen der Ordnung des Menschen und der Wandlungsfähigkeit der Natur aufzuzeigen, ist Thema des Gartens „Kontraste machen Menschen“, einem Gemeinschaftsprojekt mit Schülern der Peter-Lenné-Schule, des OSZ Natur und Umwelt in Berlin Zehlendorf.

Eine klare Entscheidung treffen dagegen die Schöpfer des Gartens „Beach“ – wer sich den Strand nach Hause holt, kann mit begrenztem Pflege- und Wasseraufwand immer im Urlaub sein.

Einen pflanzenreichen Ruheraum klassischer Art zeigen uns die Schöpfer der „Pflanzenstreifen“ in deutlicher Höhenabstufung. 

Standortgerechte Pflanzenfülle in Anpassung an die regionaltypischen Klimaverhältnisse vermittelt der Garten „Präriepflanzung mit Holz“.

Wer Nachhaltigkeit auch technologisch denkt, kommt mit dem „Aquaponik-Garten“ der Grundidee eines geschlossenen Nährstoffkreislaufes ein gutes Stück näher.

„Honey Suite“ ist die überfällige Hommage an ein ganzheitliches Denken mit Biene: Wer die Wechselwirkung zwischen Pflanze und Biene kennt, sieht und gestaltet einen Garten anders.

Einen flexiblen Umgang mit begrenztem Raum zeigen die Schöpfer des Garten „Move me“ – hier ist die Anpassung an wechselnde Bedürfnisse schon eingeplant. 

Im „Citytrop“ wird der Umgang mit der Enge auf die Spitze geschickt ausgenutzt: Gleich drei Gartenräume greifen die Begrenzungen auf und arbeiten sie zu individuelle Raumerlebnissen mit einer außergewöhnlichen Pflanzenwahl aus.

In reduzierter Formensprache erlebt das Ornament seine Renaissance als Schmuckform: „PflanzenStreifenKlinker“ zeigt, wie Pflanz- und Steinflächen eine dekorative und pflegeextensive Einheit bilden können.

Einen bewussten Bruch mit der zweiten Dimension erleben wir im Garten „Perspektivenwechsel“, der die verschiedenen Positionen des Betrachters geschickt inszeniert.

Alle Gestalter eint der Wunsch, der Hausgartengestaltung in der Region auf diesem Weg einige neue Impulse zu geben.

Oliver Hoch
Hauptgeschäftsführer
Fachverband Garten-, Landschaftsund
Sportplatzbau Berlin und Brandenburg e. V.