Balinesischer Garten in der Tropenhalle

Der Balinesische Garten bringt einen wichtigen Aspekt der dortigen Lebensphilosophie zum Ausdruck: das Streben nach Einklang des Menschen mit sich selbst, seinem Umfeld und dem gesamten Universum. Dazu wurde ein traditioneller Balinesischer Pavillon „Bale Dangin“, gebaut, dem sich die Pflanzen des Gewächshauses als Urwald anschließen – einen nur nach gestalterischen Kriterien angelegten Garten gibt es im traditionellen Bali nicht. Als Beispiel der Zusammenarbeit der Partnerstädte Jakarta – Hauptstadt von Indonesien – und Berlin ist der „Garten der drei Harmonien“ ein Ort für Menschen, die sich für indonesische – hier besonders für balinesische – Kultur interessieren. Die Gestaltung dieses exotischen Gartens folgt den auf Bali vorhandenen Vorbildern.

Der Balinesische Garten ist ein Beispiel für die Anordnung eines Wohnkomplexes im südlichen Bali. Eine Lehmziegelmauer grenzt die Wohnanlage von der Umgebung ab. Die Besucherinnen und Besucher betreten diesen privaten Bereich durch ein Tor mit Namen „Ankul angkul“. Hier zeigt sich bereits die allgegenwärtige Dreiteilung des Balinesischen „Gartens der drei Harmonien", denn das Tor besteht aus dem Sockel mit den Stufen (= Fuß), der Tür aus Teakholz (= Körper) und dem mächtigen Dach mit Krone (= Kopf).

Der Haus- oder Familientempel („Sanggah“) innerhalb der Wohnanlage ist erneut durch eine Mauer abgegrenzt. Die Schreine auf den hohen Sockeln erhalten in Bali täglich neue Opfergaben aus Blumen, Früchten und Räucherstäbchen.

Das größte Gebäude der Wohnanlage ist ein Allzweckbau. Der „Bale Dangin“ genannte, überdachte Pavillon dient den unterschiedlichsten Beschäftigungen. Dort werden Opfergaben vorbereitet, es wird geschlafen, gewebt, genäht oder gespielt. Die gepflasterte Fläche vor dem „Bale Dangin“ ist das Zentrum der Wohnanlage und damit der Platz, um sich zu treffen und miteinander zu reden.

Einen Garten, wie wir ihn kennen, gibt es im traditionellen Bali nicht. Hinter der Wohnanlage schließt sich üblicherweise der Urwald an. Im Balinesischen Garten wird dieser tropische Urwald aus vielen Pflanzen geschaffen, die in Europa häufig als Zimmerpflanzen oder in Botanischen Gärten zu finden sind: zu den größten zählen die Baumfarne (Cyathaea australis). Daneben gibt es viele andere unterschiedliche Farne wie Sichel-, Nest-, Schwert- und Saumfarne. Blattpflanzen, wie z.B. Schraubenbaum, Keulenlilie und Kroton, bilden das grüne Dickicht, in dem die Blütenpflanzen das Auge auf sich ziehen. Dazu zählen Gardenien, Hibiskus und eine große Anzahl unterschiedlicher Orchideen-Arten, die an Epiphytenstämmen auch in die Höhe wachsen.

Unverzichtbarer Bestandteil des Balinesischen Gartens ist jedoch der Frangipani-Baum - auch Tempel- oder Pagodenbaum genannt. Der Frangipani-Baum gilt auf vielen indonesischen Inseln als heilig und die Blüten werden in Bali bevorzugt als Opferblüte oder als Haarschmuck benutzt.

Daten und Fakten

   
   
Planung:

Putu Edy Semara, Edy Semara Architects, Bali (Indonesien)
Tropenhalle: Haas Architekten, Berlin

Eröffnung:

Balinesicher Garten: 18. Dezember 2003 in den Gärten der Welt
Tropenhalle und Erweiterung des balinesischen Gartens: 13. April 2017