Chinesischer Garten

"Der Garten des wiedergewonnenen Mondes"

Der erste Garten der Welt ist ein originales Werk chinesische Gartenkultur: Seine Gestaltung geht auf einen Plan des Pekinger Instituts für klassische Gartenarchitektur zurück und der gesamte Bau wurde von Facharbeitern aus Peking mit Materialien aus China ausgeführt. Gestaltet als klassischer chinesischer Gelehrtengarten im Stil süd-chinesischer Gartenbaukunst mit zusätzlichen Elementen aus Nordchina, zeichnet sich der Chinesische Garten durch Schlichtheit und dezente Farben – vorrangig grau, weiß und rot – aus.

Als Berlin und Peking 1994 den Vertrag einer Städtepartnerschaft unterzeichneten, war dies gleichzeitig die Geburtsstunde des Chinesischen Gartens. Fachleute und politisch Verantwortliche waren sich darin einig, dass dieser Garten keine Nachbildung sondern eine Neuschöpfung werden sollte, deren Form und Gestalt dem entspricht, was Chinas Jahrtausende alte Gartenkunst hervorgebracht hat. Der Name „Garten des wiedergewonnenen Mondes“ steht für die Wiedervereinigung der früher geteilten Stadt Berlin – ganz in der chinesischen Tradition, den Besitzer und sein Lebensschicksal in der Benennung eines Gartens zu verschlüsseln.

Das Zentrum des Gartens bildet ein 4.500 Quadratmeter großer See, der in eine reich bepflanzte Hügellandschaft eingebettet ist. Umgeben von verschiedenen Gebäuden, Brücken, Platzflächen und Mauern wurde er überwiegend von chinesischen Experten gestaltet. Herausragendes Bauwerk ist das Teehaus „Berghaus zum Osmanthussaft“ , das über Uferwege und eine Zickzackbrücke mit anderen typisch chinesischen Bauten, darunter die Eingangshalle „Stube des heiteren Wetters“, die Kleine Halle „Pavillon des ruhigen Mondscheins“ und das halb im Wasser liegende Steinboot „Blick auf den Mond“, verbunden ist. Im Teehaus können Besucherinnen und Besucher über 30 verschiedene Sorten Grünen Tee genießen und Chinesische Teekunst-Vorführungen erleben.

Seit tausend Jahren gehören fantastisch geformte Felsen und Steine zu den notwendigen Besonderheiten eines Chinesischen Gartens, wobei der Grundsatz gilt: „Der Stein muss mager sein und faltig wie ein Hundertjähriger“. Die schönsten Steine im „Garten des wiedergewonnenen Mondes“ stammen aus dem Gebiet des Taihu-Sees bei Wuxi. Sie sind Sinnbild für Kraft und Schönheit.

Aber nicht nur Steine haben Symbolkraft, Pflanzen ebenso. So stehen Chrysanthemen, die erst dann blühen, wenn alle anderen Pflanzen schon verblüht sind, im Chinesischen Garten für ein langes Leben. Der weiblichen Schönheit, Reinheit und Süße sind die Magnolien geweiht und Bambus, der sich biegt, aber nicht bricht, ist ein Zeichen für Anpassungsfähigkeit. Kiefern stehen für das Männliche, aber auch für langes Leben und große Erfahrung. Die Trauerweiden am Seeufer bringen mit der Anmut einer Tänzerin auf der „Spiegel des Himmels“ getauften Wasserfläche schöne Lichtbrechungen hervor.

Daten und Fakten

   
   
Planung:

Jin Boling und Mitarbeiter, Beijing Institute of Landscape and Traditional Architectural Design and Research

Eröffnung:

15. Oktober 2000 in den Gärten der Welt