Japanischer Garten

Der Japanische „Garten des zusammenfließenden Wassers“

Die Gestaltungsidee des Japanischen Gartens beruht auf einem symbolischen Konzept von Geschichte und Zukunft und thematisiert mit  dem Wasser als Leitmotiv die wahre Harmonie unter den Menschen.

Der Japanische „Garten des zusammenfließenden Wassers“ ist ein Projekt der Städtepartnerschaft Berlin-Tokio. Das Gartenthema „In der Verschmelzung Harmonie finden – wie zusammenfließendes Wasser“ soll den Wunsch nach einem friedlichen Miteinander aller Menschen zum Ausdruck bringen. Von Beginn an konnte die Stadt Berlin bei diesem Vorhaben auf die uneingeschränkte Unterstützung der Botschaft Japans zählen. Sie war u.a. Förderer für das Votum pro Berlin, als es um den Zuschlag der Fördergelder aus dem Japan World Exposition 1970 Commemorative Fund (JEC) ging. Diesem Fond verdankt Berlin eine großzügige finanzielle Unterstützung, die es ermöglichte, auch den Pavillon (Chaya) zu errichten, ohne den ein Japanischer Garten nicht denkbar ist.

Die Gartenanlage besteht aus drei durch Wege miteinander verbundene Gärten, in deren Mitte der Pavillon Nyosuitei liegt. Nördlich liegt der vordere Wassergarten, an der Südseite dann der Hauptgarten „Kare Sansui“  –  ein als Zen-Garten angelegter Steingarten –  und im Osten der Teegarten, der hauptsächlich aus Rasen besteht. Alle drei Bereiche sind Räume mit völlig unterschiedlichem Charakter, die sich gegenseitig zu einer Einheit ergänzen – verbunden durch eine Linie, die wie eine Zeitachse angelegt ist.

Der Wasserfall im südöstlichen Gartenbereich steht für den Ursprung der deutschen Geschichte, wobei das dort hervorsprudelnde Wasser den bisherigen Verlauf symbolisiert. Durch den üppigen Rasen führt der Wasserverlauf zum vorderen Garten und bildet dort einen kleinen Teich, der wie ein Spiegel die jüngste Geschichte reflektiert, die den Menschen noch ganz nahe ist. Daneben steht der Pavillon (Chaya), er ist Ausdruck der Gegenwart, in der wir heute leben. Von hier kann der Hauptgarten betrachtet werden, der die Zukunft symbolisiert. Er wurde im Stil eines Trockengartens („Kare Sansui“) errichtet und ist ein typischer japanischer Kontemplationsgarten, der ohne einen Tropfen Wasser auskommt und der in tiefer Beziehung zum Zen steht.

Das Steinarrangement des in der Mitte angelegten trockenen Wasserfalls stellt einen Karpfen dar, der einen Wasserfall gegen die Strömung erklimmt und bezieht sich als Zitat auf die Lehre des Zen. Im Zen-Buddhismus heißt es, wenn der Karpfen einen Wasserfall erklommen habe, verwandele er sich in einen Drachen. Diese Allegorie zur Bewältigung einer großen Hürde ist Teil des Konzepts der Gartensymbolik und steht für die Zukunft. Eine Steinbrücke, die Freundschaft und Eintracht Deutschlands und der Welt symbolisiert, führt über das „Meer", das aus weißem, wellenförmig geharktem Kies besteht.

Der Japanische Garten ist täglich von 9 bis 19:30 Uhr geöffnet.

Daten und Fakten

   
   
Planung:

Prof. Shunmyo Masuno, Landscape Consultants Ltd., Yokohama, Japan

Eröffnung:

30. April 2003 in den Gärten der Welt