Orientalischer Garten

Der Orientalische Garten präsentiert sich als Ensemble, bestehend aus dem „Saal der Empfänge“, der in den Riyâd führt – ein Gartenhof, der von einer vier Meter hohen Mauer umfasst ist. So greift die Architektur eine Bautradition islamischer Gartenkultur auf: Die Oase, die verborgene Quelle, das Paradies sind oft nicht unmittelbar sichtbar. Die Mauern und die überdachten Arkaden wurden von marokkanischen Kunsthandwerkern mit Keramikkacheln – den sogenannten „Zillij“ – verziert. Der gesamte Garten ist mit Ornamenten reich bestückt. Sie finden sich in den Keramikfliesen, in den Holzverzierungen, im Sandstein und im Gips sowie im Bodenbelag. Viele Ornamente, die die islamische Architektur prägen, zeigen Pflanzenteile wie Blüten und Blätter.

Die finanzielle Unterstützung des Senats für Wirtschaft und Arbeit und der Allianz Umweltstiftung ermöglichte die Realisierung des Projekts. 2002 wurde der Garten- und Landschaftsarchitekt Kamel Louafi mit der Planung des Gartenhofes (Riyâd) beauftragt. Louafi hat ebenfalls den 2007 errichteten „Saal der Empfänge“ entworfen.

Der „Saal der Empfänge“ enthüllt seine prächtige Ausstattung erst beim Betreten des Gebäudes. Der großzügige, ruhig wirkende „Saal" duftet angenehm nach Zedernholz, Licht fällt durch die zentrale Glaskuppel und lässt durch die verzierten Säulen und Bögen ein vielfältiges Spiel von Licht und Schatten zu. Nach und nach nimmt der Besucher die vielen dekorativen Details wahr – bunte Fliesen, wie sie in Marokko üblich sind, zieren die Wände, fein geschnitzte Kapitelle über den Säulen tragen die Decke mit der Glaskuppel. Typisch für die arabische Bauweise sind auch die Arkadengänge, die den gesamten Innenraum umgeben. Der „Saal der Empfänge“ kann für Veranstaltungen  angemietet werden.

Vom „Saal der Empfänge“ gelangt man in den 63 x 36 Meter großen Gartenhof (Riyâd). Er ist den orientalischen Vorbildern entsprechend geometrisch-vierteilig angelegt. Wasser als Lebenselement durchzieht den Gartenhof und spiegelt in Kanälen und Becken das Licht. Im Zentrum des Riyâd entspringt in einer von einem reich verzierten Pavillon überdachten Brunnenschale die Quelle des Gartens. Sie ist der Ausgangspunkt von vier Wasserbecken, in denen Springbrunnen plätschern.

Die Pflanzflächen – vier gleichgroße, rechteckige Beete – im Innern des Gartens präsentieren eine große Pflanzenvielfalt, die außerhalb der Frostperiode mit Topf- und Kübelpflanzen ergänzt wird. Die orientalisch-islamische Gartenkultur verbindet traditionell Zier- und Nutzgärten. Darum wurden im „Garten der vier Ströme“ Ziergehölze, Stauden, aromatische Kräuter, Rosen und exotische Obstgehölze gepflanzt, die sich an diesem Gestaltungsprinzip – das Nützliche mit dem Schönen zu kombinieren – orientieren. Hier wachsen Granatapfel, Mispel, Oliven, Quitten, Maulbeerbäume und selbstverständlich auch Palmen, darunter Zwergdattelpalmen und Hanfpalmen. Für weitere Duft- und Farberlebnisse sorgen Flieder, Jasmin, Oleander und großblütige Magnolien, außerdem Lavendel, Salbei und Minze. Neben den vielen Geranien (Pelargonien) findet sich außerdem eine botanische Besonderheit – der violett-rosa blühende Judasbaum, dessen Blüten im Frühling vor den Blättern direkt am Holz sprießen.

Der Orientalische Garten ist täglich von 9 bis 19:30 Uhr geöffnet.

Daten und Fakten

   
   
Planung:

Kamel Louafi, Garten- und Landschaftsarchitekt (Berlin) in Zusammenarbeit mit dem Gartenhistoriker Prof. Mohammed El Fai'z (Marrakesch) als Berater

Eröffnung:

 7. Juli 2005 (Riyâd), 08. August 2007 („Saal der Empfänge“) in den Gärten der Welt