Grabungen im Vorfeld der IGA

In Vorbereitung der IGA 2017 in Marzahn fanden umfangreiche archäologische Untersuchungen auf dem Gelände des Erholungsparks Marzahn statt. Bereits Grabungen aus den 1970er Jahren belegten im Umfeld des Kienbergs altslawische Siedlungsspuren, sowie Spuren der vorrömischen Eisenzeit oder der späten römischen Kaiserzeit. Die im Jahr 2014 in Vorbereitung der Gartenschau durchgeführten Prospektionen und eine Grabung belegen auch für die jüngere römische Kaiserzeit Siedlungstätigkeit in der Umgebung des heute nicht mehr vorhandenen Rohrpfuhles. Neben Vorratsgruben, Pfosten und zahlreichen Feuerstellen z.T. mit einem Durchmesser von bis zu 3 Metern wurden beispielsweise auch Reste altslawischer Keramik gefunden. Einige Funde ließen sich mittels Radiokarbondatierung in etwa auf das Jahr 700 v.Chr. datieren.

Durch die Grabungen wurden auch Pflanzenreste aus der Zeit der frühen Siedler geborgen. Die Proben wurden im Labor untersucht, um hieraus Rückschlüsse auf die (Nutz)Pflanzen der Vergangenheit ziehen zu können. Die Untersuchungen lieferten umfangreiche Ergebnisse: Traditionell als Heil-, Nutz- und Färberpflanzen verwendete Gewächse konnten in den Funden bereits nachgewiesen werden. Beispielsweise wuchsen Pflanzen wie die Birke (Betula pendula), die Haselnuss (Corylus avellana), verschiedene Getreide wie Roggen (Secale cereale) und Gerste (Hordeum vulgare) bereits vor Tausenden von Jahren in Marzahn.

 

Weiterführende Literatur:

R. Bräunig, S. Karg, K. Misterek, M. Schwanitz: Vielfältige Befunde; Prospektionen in den Gärten der Welt in Berlin Marzahn. In: Archäologie in Berlin und Brandenburg 2014. Darmstadt 2016, S. 76

T. Dressler und M. Pytlik: Arbeitsplatz für Handwerker – Kaiserzeitliches Areal in den Gärten der Welt in Berlin, Marzahn-Hellersdorf. In: Archäologie in Berlin und Brandenburg 2015. Darmstadt 2017, S. 78

D. Kühnholz und K. Schirmer: Zwei Fundplätze – eine Siedlung; Bronzezeit bis frühe Slawen in den Gärten der Welt in Berlin, Marzahn-Hellersdorf. In: Archäologie in Berlin und Brandenburg 2015. Darmstadt 2017, S. 82