Grün Hören

Georg Klein

Die Klanginstallation „Grün Hören“ von Georg Klein spielt mit der akustischen Wahrnehmung von Landschaft: Interaktive Hörbäume überraschen Passanten der Tälchenbrücke mit aus dem Grün kommenden Klangfolgen, während man am Ende der Brücke mit einem Klangfernrohr aktiv ins Grüne lauscht.

Die Installation thematisiert unseren Umgang mit Fremdartigen in der Natur, den sogenannten Neobiota. So tauchen aus den Hörbäumen irritierend exotische Vogelstimmen auf, die von Instrumentalisten der Staatsoper imitiert werden. Und im Klangfernrohr sind die Migrationsgeschichten einheimischer wie gebietsfremder Tiere in einer wagnerianischen Naturstimmung zu hören, die in das Realbild eingespiegelt werden. Dabei stellt sich eine ähnliche Frage wie in der gesellschaftlichen Debatte um die Einwanderungsgesellschaft: Wer darf hier leben?

Dem gegenübergestellt wird eine alte Paradiesphantasie, die an vier utopisch-blauen Flecken im Landschaftsbild erscheint: „Das goldene Zeitalter“ aus den Metamor­phosen von Ovid – ein Text, der in geradezu revolutionären Worten von einer Lebensweise spricht, in der die Menschen in ihrem Verhältnis zu sich und zur Natur im Einklang sind.

In seinen klangkünstlerischen Installationen verdichtet der Berliner Medienkünstler und Komponist Georg Klein visuelle und akustische, situative und politische Aspekte zu einem Spannungsraum, in den das Publikum meist interaktiv oder partizipativ involviert wird.

Das dauerhafte Klangkunstwerk „Grün Hören“ ist hervorgegangen aus einem Ideenwettbewerb der Grün Berlin GmbH, der IGA Berlin 2017 GmbH und der Stiftung NaturTon (Orchester des Wandels), gegründet von Mitgliedern der Staatskapelle. Gefördert wird die Realisierung mit Unterstützung der Groth Gruppe.

Programmierung: Pascal Staudt, Georg Klein

Grafik: Steffi Weismann

Instrumentalaufnahmen: Johannes Seibt (Staatsoper Berlin)

3D-Entwurf / Bau Klangfernrohr: Daniel Vogel-Essex, Arne Clemens (interzone)

Education Projects: Kathrin Scheurich, Laura Hölke / Rob Brinkmann